Förderung der Artenvielfalt und Stadtbegrünung: Vorteile von Blüh- und Grünflächen

Schottergarten links, Blühgarten rechts

 

Jedes Bauwerk, ob Haus, Garage oder Gartenhütte, verdrängt die Natur. Umso wichtiger ist es, verbleibende Flächen naturnah zu gestalten. In den vergangenen Jahren hat allerdings das Anlegen von Schotter(vor)gärten oder Beeten mit Kies vielerorts Beliebtheit erlangt. Dabei lohnt es sich, die Vorteile von Blüh- und Grünflächen bei der Planung des (Vor)Gartens nicht außer Acht zu lassen, denn die Gründe statt Schottergärten Blüh- und naturnahe Grünflächen anzulegen, sind vielfältig.

Schottergärten erscheinen nur auf den ersten Blick pflegeleichter, sie besitzen keine ökologische Wertigkeit und tragen maßgeblich zum Artensterben bei. Beliebte Pflanzen, die mit Schottergärten kombiniert werden, sind Buxbaum, Thuja oder Kirschlorbeer. Sie haben jedoch weder Pollen, noch Nektar oder Samen und sind somit nutzlos für die heimische Tierwelt.

Auch in weiteren Bereichen kann ein Schottergarten mit Problemen einhergehen. Durch das Anlegen neuer Schottergärten werden die begrenzten Freiflächen innerhalb einer Stadt weiter verdichtet. Um Tieren, wie Bienen, Schmetterlingen und weiteren Kleinstlebewesen, geeignete Lebensräume zu bieten, zählt jeder Quadratmeter. Deshalb gibt es auch rechtliche Bestimmungen, z.B. den § 8 der BauO NRW, der besagt, dass nicht überbaute Flächen auf Grundstücken wasseraufnahmefähig zu gestalten und bepflanzen sind.  Auch in den neueren Bebauungsplänen der Stadt Baesweiler ist geregelt, dass mindestens 50 % des Vorgartens zu begrünen sind.

Bei fehlender Bepflanzung heizen sich die Steine auf und geben über Nacht Hitze ab, sodass sich Luft schlechter abkühlen kann. Ebenso verhindert beispielsweise die Folie unter den Steinen ein Versickern von Regenwasser im Boden, dadurch sinkt der Grundwasserpegel. Bei Starkregen steigt damit die Gefahr für Gebäudeschäden und es gelangen hohe Massen an Wasser in die dann überlastete Kanalisation.

Heimische Pflanzen hingegen weisen dabei eine besonders hohe ökologische Wertigkeit auf: z.B. Holunder, Vogelbeere, Weißdorn, Schneeball, Storchenschnabel oder Wildblumen. Wer nicht alles bepflanzen möchte, kann statt Schotter auch Rindenmulch wählen. Ein weiterer Vorteil von Pflanzen ist, dass sie, im Gegensatz zu Schotter und Kies, Feinstaub aus der Luft filtern. Einen wertvollen ökologischen Mehrwert besitzen darüber hinaus Totholzbereiche im heimischen (Vor-)Garten. Die im urbanisierten Gebiet immer knapper werdenden Lebensräume entwickeln sich zunehmend zu Stressräumen für die heimische Artenvielfalt, zum Beispiel für den Igel oder zahlreiche Vogelarten. Mit Totholzbereichen kann man neue Lebensräume schaffen, etwa für Insekten, die wiederum auch als Nahrungsquelle dienen. Darüber hinaus bieten sie wertvolle Rückzugsmöglichkeiten, etwa für Tiere im Winterschlaf. Hierbei ist wichtig zu betonen, dass auch bereits kleinere Mengen Totholz dazu ausreichen.

Schottergärten, die versiegelt – also nicht sickerfähig – sind, müssen bei der Verwaltung zudem als befestigte Grundstücksfläche angegeben werden, denn für die Inanspruchnahme der öffentlichen Abwasseranlage werden zur Deckung der Kosten Abwassergebühren erhoben. Versiegelte bzw. befestigte Schottergärten werden bei der Niederschlagswassergebühr eingerechnet.

Die aktuelle „Satzung über die Erhebung von Abwassergebühren und Kostenersatz für Grundstücksanschlüsse in der Stadt Baesweiler“ kann hier eingesehen werden. Es lohnt sich also auch finanziell, die freien Flächen zu bepflanzen, denn auch nachträgliche bauliche Veränderungen sind der Steuerabteilung anzuzeigen. Die Stadtverwaltung führt stichprobenartige Überprüfungen durch. Mehr Infos zu den aktuellen Gebühren finden Sie hier.

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